16 Stunden Diät oder "Intervallfasten"

Wahrscheinlich fragst du dich auch hin und wieder, wie die Stars und Sternchen es pünktlich zu den Oscars schaffen, so unfassbar rank und schlank auszusehen?! Möglichkeiten gibt es da einige, wie ich in den letzten Podcastfolgen zum Thema Ernährungstrends verdeutlicht habe. Einführend zum Trend der Woche möchte ich dich gern etwas fragen: Isst du regelmäßig oder lässt du hin und wieder bewusst eine Mahlzeit aus? Prinzipiell ist dagegen gar nichts einzuwenden, nur solltest du wissen, dass auch das eine Art der Diät sein kann.

Intervallfasten

Intermittierendes Fasten oder auch Intervallfasten genannt.

In dieser Podcastfolge erzähle ich dir, was das überhaupt ist und warum es dafür Pro’s und Kontra’s gibt. Wie so oft lässt sich ein Ernährungstrend nämlich nicht pauschalisieren. Du kannst die Folge auf iTunes, Spotify oder in deiner Podcast-App hören. Oder natürlich gleich hier:

Essen, wenn du Hunger hast oder ist das schon eine Diät?

Eine Diät ist es dann, wenn du nach Stechuhr isst, deine Bedürfnisse unberücksichtigt lässt und das Essen ewig hinauszögerst, obwohl der Magen knurrt. Du lässt also ganz bewusst Mahlzeiten aus und ignorierst dein Hungergefühl. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass du eine Diät machst. Eine Diät im Sinne von Gewichtsabnahme und einer schmaleren Taille. Denn das intermittierende Fasten bietet auch verschiedene Methoden, dem Darm eine Pause zu gönnen, indem du eben ganz bewusst längere Essenspausen einlegst und auf Mahlzeiten verzichtest.

Die wohl bekannteste und momentan üblichste Form des intermittierenden Fastens ist das Essverhältnis von 16 zu 9, d.h. du fastest 16 Stunden und isst neun Stunden - natürlich nicht non stop ;-) Konkreter: Entweder lässt du das Frühstück ausfallen oder das Abendessen. Für mich persönlich ist das unvorstellbar. Ohne Frühstück komme ich nicht in die Gänge und ohne Abendessen kann ich nicht einschlafen, weil mein Körper keine Energie hat und ich friere.

Kannst du deinen Körper gut spüren?

Früher konnte ich meinen Körper nicht so gut spüren. Ich habe einfach nach Plan gegessen, bei Hunger habe ich konsequent dagegen gesteuert. Hunger zu haben fand ich gut, weil ich dachte, dass sich dann etwas tut und ich abnehme. Heute bin ich schlauer. Wenn du mir sagst, intermittierendes Fasten tut dir gut, frage ich sehr kritisch nach, was genau dir daran gut tut. Oft steckt nämlich eine ganz andere Wahrnehmung hinter dieser Ernährungsform:

  • Du spürst endlich wieder richtigen Hunger

  • Du isst bewusster

  • Du isst langsamer

  • Du isst andere, sorgfältig gewählte Lebensmittel

Achtsamkeit

Das sind nur ein paar wenige positive Wahrnehmungen, die du beim intermittierenden Fasten erleben kannst. Natürlich gibt es da auch nicht so gute Empfindungen, die dabei eintreten können:

  • Sobald du dann essen darfst, isst du ununterbrochen (z.B. aus Angst, nicht genug abzubekommen)

  • Du isst alles, was du im Kühlschrank finden kannst oder unterwegs ins Auge fällt

  • Du isst wesentlich schneller, schlingst vielleicht sogar

  • Du isst vergleichsweise mehr als sonst und holst somit die bewusst ausgelassene Mahlzeit nach

Mit intermittierendem Fasten kannst du auch zunehmen

Du siehst, es gibt Für und Wider beim intermittierenden Fasten. Effekte  können in beide Richtungen eintreten und mir haben durchaus schon Kundinnen berichtet, dass sie durch intermittierendes Fasten zugenommen haben.

Wie bei jedem Dogma ist auch der dogmatische Ansatz das Problem. Sobald du deine Ernährung und die Form deiner Ernährung näher betrachtest und zum Thema machst, "labelst" du dein Essverhalten. Das bedeutet, du drückst deiner Esskultur einen Stempel auf, was dazu führt, dass es 24/7 in deinem Kopf präsent ist. Möglicherweise setzt dich das sogar unter Druck. Für mich erweckt genau das sehr stark den Eindruck, als wäre es eine Regel, die ich in meinen Alltag integrieren muss, um „irgendetwas“ in den Griff zubekommen.

Weißt du, wovon ich spreche? Deine Gedanken drehen sich nur noch ums Thema Essen und du bist nicht mehr in deinem intuitiven Essverhalten. Und außerdem: Ist es wirklich wichtig, die Ernährung in den Griff zu bekommen? Viel wichtiger ist es doch, sich selbst wieder zu spüren, die eigenen Bedürfnisse und Muster zu kennen und zu wissen, was Hunger ist. Frage dich, wann du satt bist, ohne ein Völlegefühl zu haben. Und dann darfst du gerne mal längere Pausen machen, wenn sie dir gut tun. Wenn du keinen Hunger hast und dir einfach nicht nach Essen ist. Hunger ist ein Zeichen dafür, dass dein Körper Energie braucht und das ist ein klares Zeichen, dass du etwas essen solltest. Vertraue dir und hör auf deine Signale im Körper!

Essen genießen

Nur, wenn es ein inneres Bedürfnis ist

Wenn es dir gut tut, die eine oder andere Mahlzeit wegzulassen, weil du keinen Hunger hast, dann ist es auch keine Diät, sondern eine ganz normale Reaktion auf ein inneres Bedürfnis. Nämlich das Bedürfnis, genug zu haben. Kinder fasten beispielsweise manchmal automatisch. Und auch intuitive Menschen tun das. Nach Tagen, die von falschem Essen geprägt waren oder an Tagen mit zu wenig Bewegung, verzichten Kinder und intuitive Menschen gerne mal auf die ein oder andere Mahlzeit. Ganz automatisch, ohne Zwang, einfach weil kein Hungergefühl vorhanden ist. So geht bedürfnisorientiertes Essen. Viel Erfolg!