Vegane Ernährung

Vegane Ernährung liegt voll im Trend. Probierst du auch gerne vegane Rezepte aus? Bist vielleicht schon Vegetarier, aber der Schritt zu 100% veganer Ernährung klappt noch nicht so ganz? Hör mal rein, denn vielleicht muss das gar nicht sein. Hut ab vor allen Veganern da draussen. Aber manchmal reicht es auch, nur einen Schritt in diese Richtung zu gehen!

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Ernährungstrends im Fokus

Ich stelle diesen Monat verschiedene Ernährungstrends vor. Letzte Woche gab es schon einen kurzen Überblick über Diäten und Trends allgemein, heute möchte ich auf das Thema vegane Ernährung eingehen. Ich glaube, man kann es definitiv als Trend bezeichnen, denn es gibt immer mehr Menschen, die sich vegan ernähren. Und ich finde das auf der einen Seite auch sehr gut. 

Aber wie so vieles, hat auch diese Medaille zwei Seiten. In dieser Folge gebe ich dir heute einen Überblick über meine Meinung zu veganer Ernährung, über Vor- und Nachteile und habe einen guten Zwischenweg für alle nicht ganz so Konsequenten unter uns.  

Der Veganer an sich

Der Veganer an sich, so wie ich ihn sehe, ist total überzeugt von dem was er tut, hat eine klare Haltung, setzt sich für das Tierwohl ein und würde keiner Fliege auch nur ein Haar krümmen. Der typische Veganer ernährt sich überwiegend frisch und pflanzlich, am besten natürlich regional und saisonal, hat geniale Ideen wenn es um Fleisch-, Milch- oder Käsealternativen geht und ist ein absolut kreativer Kopf in der Küche. Da ist nichts dran auszusetzen oder? 

Stimmt. Finde ich auch absolut in Ordnung. 

Mein Wohl steht an erster Stelle

Kritisch wird es dann, wenn ich mir Nahrungsergänzungsmittel kaufe, um meinen Bedarf an bestimmten Vitaminen oder Spurenelementen zu decken. Denn ich bin der Meinung, dass mein leibliches Wohl an erster Stelle steht. Tiere wurden schon immer gegessen, auch Tiere essen Tiere, und anscheinend gibt es unter uns Menschen einfach diejenigen, die mehr Fleisch brauchen und andere, denen nicht so viel fehlt, wenn sie es links liegen lassen.  Kritisch finde ich auch die „Veganer“, die sich auf die Schnelle ein abgepacktes, schnell zubereitetes Tütchen mit heissem Wasser aufgiessen und auf die schnelle Mahlzeit schwören, Hauptsache vegan.

Hauptsache gesund?

Auch wenn du dich einfach nur gesund ernähren möchtest. Wer sagt, dass vegane Ernährung die Allzweckwaffe für ein gesundes Leben ist. Ich habe es einmal versucht, weil ich eine Wette verloren habe. Ich habe drei Tage geschafft. Eigentlich noch nicht mal. Am dritten Abend habe ich es nicht mehr durchgehalten und habe ein großes Glas Milch geext, ein noch grösseres Stück Käse gegessen und war glücklich. Mein Körper hat mir signalisiert, dass ich genau das in diesem Moment brauche. Da war ich überaus dankbar. Denn lange Zeit ging es mir so, dass ich mich zu allem möglichen quälen konnte. Meine Disziplin hat gesiegt und ich war von aktiver Körperintelligenz so weit weg wie die Erde vom Mond. Diesmal hat mir mein Körper ein absolutes Zeichen gegeben. Ein Signal wie es deutlicher nicht sein konnte. Und das hat mir gezeigt, dass ich heute so viel weiter bin als noch vor ein paar Jahren. Als Dank habe ich mir gesagt, das tue ich mir jetzt nicht an und habe das vegane Experiment an dieser Stelle beendet.

Das ist auch mein Rat an dich. Achte auf die Bedürfnisse deines Körpers, achte auf die Signale. Ein bewusster und nachhaltiger Konsum geht auch, ohne gleich strikter Veganer zu werden. Ich persönlich lasse mich total gerne von veganen Rezepten inspirieren, weil sie bunt und kreativ sind. Ich esse auch wirklich selten Fleisch. Wenn ich aber Lust auf Fleisch habe und weiss, dass das Fleisch aus artgerechter Haltung kommt, bspw. weil ich es direkt beim Bauern gekauft habe, bei dem ich sehe, wie die Tiere leben, dann gönne ich es mir sehr gerne und genieße es auch. Genauso ist es mit allen anderen tierischen Produkten. Ich kaufe keine billigen Eier aus Legebatterien, keine H-Milch im Tetrapak, die am günstigsten ist, keine Wurst, bei der ich nicht weiss wo sie herkommt. 

Klasse statt Masse

Das Problem ist meiner Meinung nach die Masse, und die Masse bestimmt über die Tierhaltung. Aktuell haben wir in Deutschland einen Fleischkonsum von 60kg pro Kopf pro Jahr. Das entspricht jeden Tag einem kleinen Steak von etwa 150g Masse. Der Preis lockt die Verbraucher immer wieder an, denn nirgends ist Fleisch so billig wie bei uns in Deutschland. 

Dazu kommt, dass wir mal wieder verarscht werden. Am besten kaufen wir natürlich eh Fleisch von der Theke oder frisch vom Hof. Wenn es abgepackt ist, gibt es aber so schöne Begriffe wie „tiergerecht“, was aber nicht geschützt ist und willkürlich verwendet werden kann. Viel wichtiger als die Vorderseite der Verpackung ist also mal wieder die Rückseite. Hier findest du verschiedene Stufen, die etwas über die Haltung der Tiere aussagen:

Stufe 1: Stallhaltung, Tierhaltung nach gesetzlicher Vorgabe, also die Mindestvorgaben. 

Stufe 2: Stallhaltung Plus, Tierhaltung mit mehr Bewegungsfreiheit 

Stufe 3: Tierwohl Plus, Tierhaltung mit Zusatzfläche

Stufe 3: Bio, Tierhaltung nach EU-ÖKO-Verordnung / Premium Tierhaltung mit Auslauf

Es ist eigentlich schon tragisch, dass Bio bedeutet, dass die Tiere Auslauf haben. 

Also ich würde dir empfehlen, einfach mal wieder Urlaub auf dem Bauernhof zu machen, dir das Ganze vor Ort anzuschauen, und dann hinterher zu überlegen, wie viel Fleisch, Milch und Käse wirklich sein müssen. Denn auch die Milchproduktion ist ja etwas, was nicht überall astrein von statten geht. 

Ich freu mich über deine Meinung zum Thema.
Und denk immer dran: Dein Körper weiss Bescheid ;-)